Die Ölproduktion in Saudi-Arabien ist eingebrochen. Am Montag kletterten die Preise für Öl um bis zu 20 Prozent. Das dürften auch Verbraucher in Deutschland zu spüren bekommen.

Es war der größte Ölpreisanstieg seit dem Golfkrieg in den 1990er-Jahren: Nach den Drohnenangriffen auf Förderanlagen in Saudi-Arabien sind die Ölpreise am Montag zwischenzeitlich um bis zu 20 Prozent in die Höhe geschossen, bevor sie einen Teil des Anstiegs wieder abgaben. Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent stieg auf ein Vier-Monats-Hoch von 71,95 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI verteuerte sich auf 63,34 Dollar.

Die geopolitische Risikoprämie kehrt zurück“, kommentiert Alan Gelder vom Analysehaus Wood Mackenzie die Lage. Helima Croft, Opec-Expertin bei der Investmentbank RBC Capital Markets sieht den Persischen Golf bereits am Rande eines militärischen Konfliktes: „Die Attacke ist eine extrem dramatische Eskalation der Iran-Krise.“ 

Die Angriffe drohen, die globalen Lieferketten für Rohöl durcheinander zu wirbeln. Sie trafen eine Rohöl-Verarbeitungsanlage und das Ölfeld Churais in Saudi-Arabien. Dort waren am Samstagmorgen Feuer ausgebrochen, die saudische Ölproduktion war in der Folge um die Hälfte eingebrochen. Das tägliche Produktionsvolumen fiel um geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl, was mehr als fünf Prozent der weltweiten Versorgung entspricht. 

Noch nie sind den Aufzeichnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris zufolge auf einen Schlag eine so große Produktionskapazitäten weggefallen. Trotzdem sieht die IEA zunächst keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt.