Nach einem Vorfall in Istanbul ist ein Bundeswehrsoldat in der Türkei festgehalten worden. Über die Umstände und die Vorwürfe gegen den Mann ist bislang nichts bekannt.

In der Türkei ist ein Bundeswehrsoldat aus bislang unbekannten Gründen festgehalten worden. Das bestätigte die Bundeswehr am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann sei privat unterwegs gewesen, als er vor einigen Tagen in Istanbul festgesetzt worden sei, sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Der Soldat dürfe das Land nicht verlassen.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, dass gegen den Mann aus Hessen eine wöchentliche Meldepflicht verhängt wurde. Es sei aber keine formelle Ausreisesperre angeordnet worden. Er befinde sich deshalb auch auf freiem Fuß. Hinweise auf politische Vorwürfe gegen ihn gebe es bisher nicht.

Zu den Hintergründen machte der Bundeswehr-Sprecher zunächst keine Angaben. Er sprach lediglich von einem „Vorfall“. Auch ein Sprecher der Division Schnelle Kräfte im hessischen Stadtallendorf, wo der 21-jährige Soldat stationiert ist, bestätigte AFP, dass der Mann in der Türkei festgehalten werde. Über den Fall hatte zuerst die „Oberhessische Presse“ berichtet.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Abend, der Fall sei bekannt. Das Generalkonsulat in Istanbul stehe mit dem Betroffenen in Kontakt.

Deutsche Staatsbürger im Visier der Türkei

Erst am Mittwoch hatte das AA bestätigt, dass einem 43 Jahre alten Sozialarbeiter aus Bremen seit mehr als drei Wochen die Ausreise nach Deutschland verwehrt wird. Ihm hatten die Behörden vorgeworfen, als Musiker bei einem Verein aufgetreten zu sein, dem die Türkei Terrorunterstützung vorwirft. Das Regionalmagazin „buten und binnen“ meldete aber, der Mann dürfe kommende Woche ausreisen.

Härter ist die Lage eines deutschen Staatsbürgers, der Ende Juli bei der Einreise in die Türkei festgenommen worden war. Am Dienstag war bekannt geworden, dass der 36-jährige Osman B. aus Hessen wegen Fluchtgefahr zunächst in Untersuchungshaft bleiben muss. Ihm wird laut NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ vorgeworfen, über seine Facebook-Seite „Terrorpropaganda“ verbreitet zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft.

Im Jahr 2017 hatte eine ganze Serie von Festnahmen deutscher Staatsbürger aus solchen „politischen Gründen“ zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Seitdem ist die Mehrzahl der aus diesen Gründen festgesetzten Deutschen freigekommen. Allerdings werden immer wieder Deutsche – vor allem Deutsche mit türkischen Wurzeln – bei der Einreise oder während des Urlaub festgenommen oder mit einer Ausreisesperre belegt. (Quelle: t-online.de)